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Südaustralien: Auf den Spuren deutscher Pioniere

Weingut Gorgeous in den Adelaide Hills
Weingut Gorgeous in den Adelaide Hills (Foto: Ben Goode)

Südaustralien: Auf den Spuren deutscher Pioniere

Südaustralien ist ein Land der Kontraste und Wunder: Von den endlosen Küsten mit ihren wilden Klippen und weißen Sandstränden bis hin zum mystischen Outback, das die faszinierende Kultur der Aborigines beherbergt. Dort findet man die Opal-Hauptstadt Coober Pedy und ein hügeliges Weinland, das zu den besten Rotweingebieten der Welt zählt. Der viertgrößte Staat Australiens ist ein Paradies für Entdecker.

Deutsches Dorf in Down Under: Hahndorf
Deutsches Dorf in Down Under: Hahndorf (Foto: Andrey Moisseyev)

Auch ein Stück Deutschland lässt sich dort finden. Bereits im 19. Jahrhundert wanderten viele Deutsche nach Südaustralien aus und hinterließen Spuren, die bis heute sichtbar sind. Orte wie Klemzig, Hahndorf und Lobethal erinnern an die erste Einwanderungswelle von 1838. Im Barossa Valley lebt das deutsche Erbe in den Reben, Rezepten und der regionalen Identität weiter. Der nach dem gebürtigen Hamburger Hans Heysen benannte Heysen Trail, mit seinen 1.200 Kilometern der längste durchgehende Wanderweg Australiens, gilt als einer der bedeutendsten Fernwanderwege der Welt.

Deutsche Traditionen werden noch heute gepflegt
Deutsche Traditionen werden noch heute gepflegt (Foto: Andrey Moisseyev)

Klemzig, Hahndorf, Lobethal: Wo alles begann

Die erste deutsche Siedlung Australiens entstand 1838 in der Nähe von Adelaide. Klemzig, heute ein Vorort der Hauptstadt, wurde nach einem preußischen Dorf (heute Klepsk in Polen) benannt und bot lutherischen Glaubensflüchtlingen unter Pastor August Kavel Zuflucht. 1839 folgten Hahndorf und später Lobethal in den Adelaide Hills. Diese Siedlungen wurden von lutherischen Einwanderern aus Europa gegründet, die unter Kapitän Dirk Hahn auf dem Segelschiff „Zebra” in Adelaide ankamen. Fachwerkhäuser, Kirchen und Museen wie die Hahndorf Academy bewahren die Erinnerung an jene, die einst alles hinter sich ließen, um in der Fremde Glaubensfreiheit zu finden.

Weingut Chauteau Tanunda im Barossa Valley
Weingut Chauteau Tanunda im Barossa Valley (Foto: Ekaterina Kamenetsky)

Wein aus dem Barossa Valley

Das Barossa Valley zählt zu den renommiertesten Weinregionen Australiens und bewahrt deutsche Geschichte und Kultur. Spuren der Einwanderer finden sich in Ortsnamen wie Tanunda, Seppeltsfield oder Langmeil sowie in der Architektur, den Kirchen und dem Weinbau. Joseph Ernst Seppelt aus Ludwigsburg gründete das Weingut Seppeltsfield ursprünglich für den Tabakanbau, erkannte aber bald das Potenzial für den Weinbau. Unter seinen Nachfahren wurde es zu einem der bedeutendsten Weingüter Australiens. Die Seppeltsfield Church erinnert an die württembergische Herkunft der Familie. Auch andere Güter wie Henschke, das 1868 vom schlesischen Einwanderer Johann Christian Henschke gegründet wurde, oder Langmeil, das auf den ältesten Shiraz-Rebstöcken der Welt basiert, führen das deutsche Erbe fort. Viele dieser Betriebe sind noch immer in Familienhand.

Weinberge in den Adelaide Hills
Weinberge in den Adelaide Hills (Foto: Ben Goode)

Ein Hauch von Heimat: Brezel, Bratwurst und Wein

Die deutschstämmigen Südaustralier pflegen ihre kulinarischen Traditionen. In der Tanunda Bakery werden nach überlieferten Rezepten Laugenbrezeln und Schwarzwälder Kirschtorte gebacken. In Adelaide lohnt sich ein Besuch im Gewürzhaus im Central Market, wo traditionelle Gewürzmischungen für Glühwein, Lebkuchen oder Brot erhältlich sind.

Central Market in Adelaide
Central Market in Adelaide (Foto: Andrey Moisseyev)

Ein besonderes Ereignis ist der German Sausage and Shiraz Day im Mai im Barossa Valley, bei dem sich Bratwürste und Krautsalate mit kräftigen Rotweinen treffen – ein Fest, das deutsche und australische Genusskultur vereint. In Hahndorf erlebt man entlang der Hauptstraße in Galerien, Cafés und Biergärten ein authentisches Stück „Little Germany“. Lobethal begeistert mit einem traditionellen Weihnachtsmarkt, der Besucher aus ganz Australien anzieht. In der Lobethal Bakery werden Apfelstrudel, Streuselkuchen und deutsche Klassiker mit australischem Twist serviert.

Unterwegs auf dem Heysen Trail
Unterwegs auf dem Heysen Trail (Foto:Timothy Paul Hester)

Spuren deutscher Visionäre

Neben Küche und Wein verdanken Kunst und Wissenschaft in Südaustralien dem deutschen Einfluss bemerkenswerte Impulse. Der in Hamburg geborene Maler Hans Heysen wurde mit seinen Eukalyptusbildern zur Ikone der australischen Landschaftsmalerei. Der nach ihm benannte Heysen Trail führt über 1.200 Kilometer von Cape Jervis bis in die Flinders Ranges und führt dabei an Weingütern, Bergen und unberührter Natur vorbei. Auch der aus Hessen stammende Gelehrte Johann Menge, Sprachforscher, Geologe und Visionär, erkannte früh das Potenzial des Barossa Valley. Als „Vater“ der Region förderte er nicht nur den Weinbau, sondern auch Bildung, Wissenschaft und Landwirtschaft.


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