Weihnachtsbräuche in Großbritannien

Weihnachtsbräuche in Großbritannien

(rf) Die Briten lieben bunte und ausgefallene Weihnachtsdekoration, dazu gehören oft schrille und sehr farbenfrohe Elemente. Traditioneller ist der Mistelzweig. Der englische Brauch, die unter dem Zweig stehende Person zu küssen, führt auf den heidnischen Glauben zurück, der dem Mistelzweig besondere Kräfte zuschreibt. Auch immergrüne Gewächse wie der Efeu oder die Stechpalme spielen eine große Rolle in Großbritannien und sind auf die heidnischen Ursprünge des Landes zurückzuführen.

Der Weihnachtsmann heißt in Großbritannien Father Christmas. Er kommt in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember durch den Kamin in die Wohnzimmer und legt Geschenke in die Strümpfe, die traditionell am Kamin aufgehängt sind. Damit Weihnachtsmann und Rentiere gestärkt weiterziehen können, werden Karotten und Minced Pies sowie Sherry bereitgestellt. Die Bescherung findet dann am Morgen des 25. statt, dem Christmas Day. Anschließend wird ausgelassen mit der Familie und Freunden gefeiert. Am Nachmittag verfolgt man im Fernsehen die Ansprache der Queen, dieser Brauch wurde 1932 von König Georg in das Leben gerufen.

Das traditionelle Weihnachtsessen der Briten besteht aus gebackenen Kartoffeln und gefülltem Truthahn, auch „Gregor“ genannt, sowie diversen Beilagen wie Cranberries, Rosenkohl und Pastinaken. Zum Nachtisch wird Plum pudding, auch als Christmas pudding bekannt, serviert. Im Plum pudding, der mit einem Schuss Rum flambiert wird, können sich – als Überraschung für die Kinder – Münzen oder Glücksbringer verstecken. Bei der Zubereitung muss jedes Familienmitglied den Teig umrühren und sich dabei etwas wünschen. Christmas crackers gehören ebenfalls auf den Tisch, dies sind Knallbonbons, die mit einem Gedicht, einem Papierhut und einem Glücksbringer gefüllt sind. Sie wurden von einem Londoner Bäcker im Jahre 1846 erfunden. Nachmittags wird zum Tee der Christmas Cake serviert, ein gehaltvoller Früchtekuchen mit Marzipan und Zuckerguss. Zwischen Weihnachten und Neujahr essen die Briten gerne Minced Pies, kleine warme Küchlein, die mit eingelegten Früchten gefüllt sind.

Der 26. Dezember trägt die Bezeichnung Boxing Day. An diesem Tag erhielten früher die Lieferanten und Händler eine Christmas Box als Dank für ihre Dienste. Diese Box, daher der Name Boxing Day, war mit Leckereien oder Geld gefüllt. Heute erhalten Müllmänner und Briefträger an diesem Tag ein Trinkgeld.

Die Briten führten den Brauch ein, Weihnachtskarten an Freunde und die Familie zu verschicken. Jedes Jahr werden im Vereinigten Königreich über eine Milliarde Weihnachtskarten verschickt, viele davon zu Gunsten wohltätiger Zwecke. Die erhaltenen Karten werden auf den Kaminsims gestellt oder in der Wohnung auf einer Wäscheleine aufgehängt. 1843 entwarf John Calcott Horsley die erste Weihnachtskarte für Sir Henry Cole.

Prinz Albert brachte 1840 den Weihnachtsbaum von Deutschland nach Großbritannien. Seit 1947 erhält Großbritannien jedes Jahr einen großen Weihnachtsbaum aus Norwegen, der auf dem Trafalgar Square steht, als Dank für die Unterstützung während des zweiten Weltkriegs.

Traditionell ist in den Städten auch die festliche Weihnachtsbeleuchtung, eine der bekanntesten ist die der Regent Street in London. Die Straße wird jedes Jahr mit einer „Christmas Lightning Ceremony“ Anfang November illuminiert.

Die Weihnachtszeit endet in Großbritannien am 6. Januar. Die Weihnachtsdekoration vorher abzunehmen bringt Unglück, sagen die Briten.


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