Geisterfestivals in Taiwan

Geisterfestivals in Taiwan

(rf) Ende August finden in vielen Städten Taiwans die traditionsreichen Geisterfestivals statt. Das größte darunter ist jenes in Keelung, einer großen Hafenstadt im Nordosten der Insel, unweit der Hauptstadt Taipeh. Einheimischen wie Besuchern wird während des Geistermonats Interessantes und Sehenswertes geboten, seien es die karnevalsähnlichen Straßenumzüge oder die zahlreichen Kulturveranstaltungen auf Plätzen und Straßen, in Theatern und sogar Hotels, darunter Taiwan-Oper und Puppenspiel, Musik und Akrobatik, Kunst- und Fotowettbewerbe und vieles mehr.

Hintergrund des Fests ist, dass der siebte Monat des alten Mondkalenders (in diesem Jahr die Zeit vom 17. August bis zum 15. September) in Ostasien traditionell als „Geistermonat” gilt. Dem Volksglauben zufolge stehen in diesem Monat die Pforten der Unterwelt offen, und die Geister der Verstorbenen wandeln frei über die Erde. Die Geister der eigenen Ahnen werden als durchaus hilfreich angesehen, doch jene Toten, die keine lebenden Nachfahren haben, die sie durch kleine Opfer versorgen, müssen wohlgestimmt werden. Diesem Zweck dienen die großen Geisterfeste, die in dieser Zeit überall in Taiwan veranstaltet werden.

Das eigentliche Festival beginnt am Vorabend des Vollmonds – in diesem Jahr am 30. August – mit rituellen Zeremonien in den vier Haupttempeln der Stadt, gefolgt von der offiziellen Zeremonie um Mitternacht am Laodagong-Tempel. Spektakulärer Höhepunkt der Veranstaltung ist im Hafen von Badouzi das Zu-Wasser-Lassen der Laternen, die zuvor in den Umzügen durch die Straßen getragen wurden von denen jede ein chinesisches Schriftzeichen ziert. Diese gehen auf alte Clan-Namen zurück: Je weiter eine Laterne aufs Meer hinaustreibt, so glaubt(e) man, desto mehr Glück stehe der jeweiligen Familie ins Haus.

Bis in die frühen Morgenstunden findet man auf dem Miaokou-Nachtmarkt alles, was Herz und Magen begehren. Am Morgen nach den Umzügen werden die hungrigen Geister bereits ab 6 Uhr am Zhupu-Altar mit Leckereien versorgt und anschließend sanft, aber bestimmt aufgefordert, in die Unterwelt zurückzukehren. Was sie übriggelassen haben, dürfen ab 11 Uhr die Lebenden verspeisen.

Weitere Informationen unter www.taiwantourismus.de.



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