Dänemark: Louisiana - Kunstgenuss mit Meerblick

Dänemark: Louisiana - Kunstgenuss mit Meerblick

(rf) Mit sanften Bewegungen bringt Jette ein eisernes Mobile zum Schwingen, ein Kunstwerk so rot wie die Liebe. Ein paar Schritte weiter bestaunt Ingers Freund Jens eine surrealistische Figur des katalanischen Multitalents Joan Miró. Kurz darauf sitzen die beiden jungen Leute aus Kopenhagen eng umschlungen auf den Stufen vor der Cafeteria des Museums Louisiana und schauen versonnen und verliebt über den Öresund.

(Quelle: Louisiana Museum of Modern Art)

Was für ein Gesamtkunstwerk: im Vordergrund der Skulpturenpark mit Plastiken von Miró und Henry Moore und den Mobiles von Alexander Calder. Auf der großen Rasenfläche haben sich ein Dutzend Picknick-Parties niedergelassen, packen ihre Pasteten aus und genießen Wein oder Champagner aus mitgebrachten, langstieligen Gläsern. Es ist ein klarer Tag im Goldenen Oktober und der Blick geht über Wasser bis zur schwedischen Küste hinüber.

Louisiana, nur eine gute halbe Stunde mit dem Auto oder der Bahn von der dänischen Hauptstadt entfernt, ist Dänemarks beliebtestes Museum. Kein anderes bekommt in seinem Gästebuch oder bei Internetportalen wie Tripadvisor so viel hymnisches Lob: „unglaublich schöne Lage“, „schlichtweg atemberaubend“, „auch beim vierten Besuch überraschend“ oder „ganz einfach märchenhaft und wunderschön“, heißt es da wie dort in einem Dutzend verschiedener Sprachen.

(Quelle: Louisiana Museum of Modern Art)

Als Louisiana 1958 eröffnet wurde, neben einer alten Patriziervilla, wurden zunächst nur die Objekte zeitgenössischer Künstler aus dem eigenen Land ausgestellt. Schon bald wurden das Konzept und mit ihm das Museum erweitert: um eine Konzerthalle, um Flügelbauten, an denen auch Jörn Utzon, der geniale Architekt der Sydney-Oper mitgewirkt hat, um einen Konzertsaal, schließlich um ein Kinderkunsthaus. Seither werden permanent etwa 3.000 Artefakte gezeigt, immer wieder ergänzt durch Sonderausstellungen, mindestens fünf in jedem Jahr, darunter so spektakuläre wie kürzlich eine Schau von über 30 Warhol-Bildern, Pop Art vom Feinsten, aber - und das war das Besondere - nach Motiven von Edvard Munch, dem großen Norweger.

Louisiana zeigt vorwiegend Kunst nach 1945, im Mittelpunkt stehen Bilder und Plastiken der 60er bis frühen 90er-Jahre, aus Deutschland sind so prominente Namen wie Georg Baselitz und Anselm Kiefer, aber auch der Leipziger Fotograf Andreas Gursky vertreten. Die Bilder der Pop Art-Größen Roy Lichtenstein, Robert Rauschenberg und Warhol sind ständig zu sehen, großzügig präsentiert, hell und lichtdurchflutet auch in den unterirdischen Räumen.

(Quelle: Louisiana Museum of Modern Art)

Drei Ehefrauen - und alle hießen sie Louise
Am Randes des Dörfchen Humlebæk - so und nicht Louisiana heißt auch die Bahnstation - hatte sich 1855 der königliche Hofjäger Alexander Brun einen Landsitz zugelegt, nobel und weitläufig. Dieser Brun war seinerzeit dreimal verheiratet gewesen, und immer, wie der Zufall es wollte, hieß seine jeweilige Frau Louise. Das brachte mehr als hundert Jahre später die Gründer und Förderer des neuen Kunstmuseum dazu, ihren modernen Bau neben der Brun-Villa „Louisiana“ zu nennen; es war der Beginn einer Erfolgsgeschichte, die immer noch anhält.

Man mag, müde und hungrig vom Schauen, ein bunt belegtes Butterbrot in der Cafeteria genießen. Man kann aber auch das zeitgenössische Kunsterlebnis Louisiana fantasievoll mit den Traditionen dänischer Esskultur verbinden. Zehn Fußminuten nördlich vom Museum bietet der „Gamle Humlebæk Kro“, 1740 von König Christian VI. privilegiert, Deftiges und Feines: Hacksteak nach Art der Waldläufer in der Jagdstube, marinierte Heringe und Krebssuppe am Kapitänstisch, Frokost, Kaffe und Kuchen im Garten vor dem alten Krug.

(Quelle: Louisiana Museum of Modern Art)

Inger und Jens liegen entspannt auf dem Picknickplatz und schauen den Wolken nach, die mit einem Hoch vom Øresund herüber nach Westen ziehen und wohl noch ein paar Tage für stabiles Wetter sorgen. Sie haben sich zum Abschluss im Shop umgesehen, der mit ungewöhnlichen Souvenirs dem Konzept dieses Museums entspricht: zum Beispiel Vogelhäuschen aus einer schwedischen Designwerkstatt, ein Laufrad für kleine Biker, von einem dänischen Künstler gestaltet, neonfarbene Kissen aus einem französischen Atelier.
Für den Rückweg nach Kopenhagen haben sie auf halbem Wege noch einen Abstecher in Rungstedlund geplant, dem Geburts- und Wohnhaus von Karen („Tania“) Blixen. Auch dieser Landsitz, voller wehmütiger Erinnerungen an ihre Farm in Afrika, ist heute ein Museum. Aber das ist schon wieder eine andere Geschichte...

Eintritt:
95 Kronen (13 Euro). Studenten 85 Kronen (11,50 Euro). Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre frei.

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag 11-22 Uhr. Samstag/Sonntag 11-18 Uhr. Montags geschlossen.

Adresse:
Louisiana, Museum of Modern Art, Gl. Strandvej 13, DK-3050 Humlebæk, Tel. +45 4919 0719, www.louisiana.dk.






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