Flussradwege: Am Wasser lang durch Brandenburg

Elberadweg - Radfahren entlang des Stroms

(Quelle: TMB Fotoarchiv / Steyer)

Flussradwege: Am Wasser lang durch Brandenburg

(rf) Rund 7.000 Kilometer umfasst das Radfernwegenetz in Brandenburg. Fast drei Viertel davon hat der ADFC anhand von Kriterien wie Routenführung, Sicherheit, Wegweisung und touristische Infrastruktur geprüft und klassifiziert. Das Bundesland hat 18 Qualitätsradrouten und nimmt damit deutschlandweit die Spitzenposition ein. Die flache Landschaft bietet ideale Bedingungen um die Region mit dem Rad zu entdecken. Auch die touristischen Anbieter des Landes haben sich mit ihrem Service-, Gastronomie- und Übernachtungsangebot auf die Radfahrer eingestellt. Mehr als 400 "Bett & Bike"-Unterkünfte machen die Brandenburger zu besonders radfahrerfreundlichen Gastgebern. 33.000 Kilometer Fließgewässer und 3.000 Seen gibt es in der Region. Vielerortens kann man auf Fernradwegen und regionalen Routen am Wasser entlang radeln. Darunter besonders bevorzugt sind die Radfernwege wie der "Oder-Neiße-Radweg" entlang der deutsch-polnischen Grenze durch den Nationalpark "Unteres Odertal", der "Havelradweg“ entlang der Havelflusslandschaft sowie der "Spreeradweg" mitten durch die dichten Fließe des UNESCO-Biosphärenreservats Spreewald und der "Elberadweg“, der durch die Prignitz führt.

Oder-Neiße-Radweg
Er ist Deutschlands östlichster Radweg, der entlang der Flüsse Oder und Neiße sowie an der deutsch-polnischen Grenze und durch drei Bundesländer führt. Als Wegbezeichnung dient das grüne Dreieck „Oder-Neiße“. Von der Neißequelle zur Ostsee sind es etwa 630 Kilometer. Durch Brandenburg verlaufen 282 Kilometer. Natur und Kultur liegen hier am Wegesrand nah beieinander. Radler treffen auf Städte großer Vergangenheit und europäischer Zukunft. In Forst lohnt sich ein Abstecher in den Ostdeutschen Rosengarten oder in das Brandenburgische Textilmuseum. Kurz hinter Guben, in Ratzdorf mündet die Neiße in die Oder. Auf der weiteren Strecke liegt Neuzelle mit dem Barockwunder Brandenburgs, der Stiftskirche St. Marien, dem Ziesterzienserkloster und dem Klostergarten. Ruhig und weit fließt die Oder nach Norden, vorbei an der Grenzstadt Frankfurt (Oder). Hinter ihr liegt das Oderbruch mit einer wenig besiedelten Landschaft zur Freude der Naturliebhaber. In Groß Neuendorf lohnt eine Pause im Kulturhafen an der Oder. Das Denkmalensemble mit dem Verladeturm und den Bahnwaggons bieten ein Turmcafé und Übernachtungsmöglichkeiten. Einen weiten Blick auf die Oder und auf Polen ermöglicht die ehemalige Förderbrücke Ost. Weiter führt die Streckenführung auf dem Oder-Neiße-Radweg nach Schwedt, bevor er dann durch Mecklenburg Vorpommern führt und an der Ostsee endet. (www.oder-neisse-radweg.de)

Havelradweg
Einer der schönsten Flussradwege ist der Havelradweg, der von der Mecklenburgischen Seenplatte an die Elbe führt. Der Großteil des über 300 Kilometer langes Flusslaufes liegt in Brandenburg. Der Havel-Radweg verläuft entlang der Havel von Fürstenberg/Havel über Zehdenick, Liebenwalde, Oranienburg bis Berlin Spandau, und weiter nach Potsdam. Hier gleicht die Tour einer Entdeckungsfahrt durch Preußens Landschaft und Kulturerbe. Ab Potsdam ist der Fluss eine Kette ineinander übergehender Seen. Preußische Könige haben hier einst ihre Schlösser, Gärten und Parkanlagen direkt an den Havelufern errichtet. Ob Heilandskirche Sacrow, Marmorpalais oder Schloss Babelsberg – das UNESCO-Welterbe sind Sehenswürdigkeiten am Wasser. Unweit von Potsdam und am Havelradweg gelegen ist die Blütenstadt Werder (Havel) mit der malerischen, auf einer Havelinsel gelegenen Altstadt. Weiter geht die Fahrt entlang der Mittleren Havel, wo der Blick auf die Ursprünglichkeit und Schönheit des Havellandes gerichtet ist. Die Stadt Brandenburg an der Havel das dann das nächste geschichtliche und kulturelle Highlight. Hier führt ein ausgeschilderter Stadtrundweg am Dom St. Peter und Paul, am Altstädtischen Rathaus mit dem Roland und vielen anderen wichtigen sehenswerten Bauten vorbei. In Rathenow empfiehlt sich ein Besuch des Bismarckturms, des Optikindustriemuseums und des Optikparks. (www.havelradweg.de)

Spreeradweg
Vom Oberlausitzer Bergland über Spremberg, Cottbus nach Berlin-Köpenick führt der Spreeradweg immer entlang des Flusslaufes der Spree. Der Teil des Spreeradweges, der durch Brandenburg führt ist 196 km lang.
Beginnend in der Lausitzmetropole Cottbus rollt es sich gemütlich durch die Peitzer Teichlandschaft. Hinein in den Zauber des Spreewaldes, wo es mehr Wiesen als Wald gibt. Die Spreewaldorte Burg, Lübbenau und Lübben bieten Kahnpartien in Traditionskähnen auf den Fließen kreuz und quer durch die Region. Die Tour geht weiter zwischen Spree und Oder-Spree-Kanal zur Kersdorfer Schleuse. Über die Domstadt Fürstenwalde und Erkner ist es nur noch ein Katzensprung bis nach Berlin. (www.spreeradweg.de)

Elberadweg
Auf dem Elberadweg in der Prignitz geht es entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze, an einem der schönsten Ströme Europas. Im Norden Brandenburgs führt er 90 km durch die Prignitz – immer auf dem Elbdeich dem Flusslauf folgend durch das UNESCO-Biosphärenreservat „Flusslandschaft Elbe“. Hier rasten zahlreiche Vogelarten auf ihrem Weg nach Süden. Das Europäische Storchenstadt Rühstedt liegt direkt an der Strecke. Während der Weiterfahrt, durchquert man einige Prignitzer Dörfer mit Backsteinkirchen und Fachwerkhäusern. Eine besondere Szenerie bieten der Auwald und die parkartige Weidelandschaft. In Lenzen an der Elbe beschreiben zwei Türme die Geschichte der Region eindrücklich. Der Turm der Burg Lenzen stammt aus dem 13. Jahrhundert. Er bietet einen phänomenalen Blick über die Flusslandschaft an der Elbe. Nur einen Kilometer entfernt steht an der ehemaligen Grenze noch ein Wachturm. Von hier haben die Radler heute einen faszinierenden Blick über die Elbtalaue nach Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und sogar bis Mecklenburg-Vorpommern.
Im Südwesten Brandenburgs führt der Elberadweg u.a. in die historische Stadt Mühlberg, in der eine Besichtigung der Zisterzienser-Klosteranlage besonders zu empfehlen ist. (www.elberadweg.de)

Weitere Informationen unter www.radeln-in-brandenburg.de.


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