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USA: Wander- und Klettertouren in North Carolina

USA: Wander- und Klettertouren in North Carolina

(rf) North Carolina gilt bei Wanderern und Kletterern als Top-Ziel. 35 Naturschutzgebiete, sog. State Parks, in den Mittelgebirgen und der Küstenebene des US-Ostküstenstaates bieten Aktivurlaubern eine Vielzahl an Entdeckungsmöglichkeiten: Tiefe Schluchten, Wasserfälle, Tiere in freier Wildbahn und eine faszinierende Pflanzenwelt. Daneben sind von Menschenhand erbaute Sehenswürdigkeiten zu bestaunen.

Grandfather Mountain State Park
Mile High Swinging Bridge, die höchste Hängebrücke Amerikas, etwa finden Besucher im Grandfather Mountain State Park in der Nähe von Linville. Erbaut wurde sie im Jahre 1952 vom Fotograf und Naturschützer Hugh Morton Jr., dessen Familie das Gebiet des heutigen Parks seit 1885 in Privatbesitz hielt und 2006 an den Staat North Carolina verkaufte. Von der Brücke aus, die in mehr als 1.600 Metern Höhe über eine bewaldete Schlucht führt, haben Wanderer einen tollen Blick über die gesamte Region bis hinunter auf den Blue Ridge Parkway. Diese Panoramastraße gilt als schönste Amerikas und schlängelt sich vom Great Smoky Moutains Nationalpark in Tennessee, über malerische Serpentinen durch die Ausläufer der Appalachen, bis zum Shenandoah Nationalpark in Virgina. Leicht zu erreichen ist die Mile High Bridge über die gepflasterte Grandfather Mountain Entrance Road von Linville aus. Über die Straße erreicht man auch ein Museum und den Linville Peak-Gipfel, von dem aus man an guten Tagen sogar die Skyline von Charlotte sehen kann.

Der Grandfather Mountain selbst ist mit 1.812 Metern die höchste Erhebung am östlichen Hang der Blue Ridge Mountains. Durch die rauen Hänge des Grandfather Mountain State Park führen diverse Wanderwege von unterschiedlichster Schwierigkeit, auf denen Trekkingfreunde spektakuläre Wildnis und einzigartige Felsformationen erleben können. So führen die Pfade zum Beispiel an einem Vorsprung vorbei, der dem Gesicht eines Großvaters ähnelt. Daher auch der Name des Parks. (www.grandfather.com/swinging_bridge und www.blueridgeparkway.org)
Pisgah National Forest
Südlich schließt der Pisgah National Forest an. In diesem riesigen Waldgebiet befindet sich auch der Linville Gorge, das drittgrößte Wildnis-Areal Amerikas, auch „Der Grand Canyon von North Carolina“ genannt. Hier können Wanderer die Natur von North Carolina in ihrer ganzen Schönheit bewundern und dabei anspruchsvollen Pfaden folgen. Zentrales Element der Schlucht ist der Linville River, der sich seinen Weg durch die 400 Meter hohen, pinienbewachsenen Hänge bahnt. Einen perfekten Blick in die Schlucht hat man zum Beispiel vom Wiseman’s View-Aussichtspunkt (vom Blue Ridge Parkway in 20 Minuten zu erreichen) oder vom Table Rock, einem eigentümlich in die Luft ragenden Felsplateau. In dem dicht bewaldeten Gebiet rund um die Schlucht können erfahrene Wanderer wilde Tiere wie Jaguare, Schwarzbären, Kojoten, Waschbären, Klapperschlangen oder Adler beobachten. Ebenso lassen sich hier die Linville-Wasserfälle bewundern oder die 1822 entdeckten Linville-Höhlensysteme erforschen. (www.hikinginthesmokys.com/linville_gorge.htm)

Hanging Rock State Park
An der nördlichen Grenze North Carolinas, nahe der Städte Winston-Salem, Danbury und Germantown, befindet sich der Hanging Rock State Park. Der Park wurde 1935 gegründet und das See- und Badehaus, das kurz danach dort errichtet wurde, steht heute im Nationalregister historischer Plätze der USA. Die Natur im Park zieht Wanderer und Kletterer gleichermaßen an. Die Erhebungen im Park gehören zur Sauratown Mountain Range, einer der östlichsten Bergausläufer des Bundesstaates, oft auch „die Berge weit weg von den Bergen“ (the mountains away from the mountains) genannt. Das helle, wetterbeständige Quarzit-Gestein bildet hier einmalige Formationen wie den namensgebenden Hanging Rock, einen riesigen Felsvorsprung, der über einem weiten Tal thront – eine der beeindruckendsten Aussichten des ganzen Bundesstaates.

Die mit 786 Metern höchste Erhebung des Parks ist Moore’s Knob. Den Gipfel können Kletterer über die Felswand Moore’s Wall erreichen, Wanderer folgen den vorgegebenen Pfaden. Von oben hat dann jedermann einen meilenweiten Blick über die angrenzenden Regionen und kann bei gutem Wetter sogar die Wolkenkratzer von Winston-Salem sehen. Der Park bietet zudem etliche Klettertouren und fast 30 Kilometer Wanderwege. Der Park beherbergt fünf berühmte Wasserfälle (Upper Cascades, Lower Cascades, Window Falls, Hidden Falls und Tory’s Falls). Einen Besuch wert ist auch Tory’s Den, eine Felszunge, die angeblich im amerikanischen Befreiungskrieg einer Gruppe britischer Loyalisten Unterschlupf geboten hat. (www.ncparks.gov/Visit/parks/haro/main.php)

Carolina Beach State Park
Wer bei seinen Wanderungen besonderen Wert auf außergewöhnliche Flora legt, sollte dem Osten North Carolinas einen Besuch abstatten. An der Atlantikküste, südlich der Stadt Wilmington befindet sich dort der Carolina Beach State Park. Der 1969 gegründete Park wird zum Osten hin von der gleichnamigen Stadt begrenzt, zum Westen hin von der Mündung des Cape Fear River. Sandige Pfade führen durch das Territorium, gesäumt von palmenähnlichen Gewächsen und Büschen. Besonders bekannt ist der Park aber wegen seiner Vielzahl fleischfressender Pflanzen, wie zum Beispiel der Venusfliegenfalle. Damit Besucher diese Gewächse in freier Natur bewundern können, wurde der spezielle Rundpfad „Flytrap Trail“ angelegt. Andere Wege wie der „Sugerloaf Trail“ hingegen führen durch die Moorregionen des Parks und sind ideal, um Wasservögel zu beobachten. Wer mehr über die einzigartige Flora und Fauna dieses Parks erfahren möchte, findet im Besucherzentrum nicht nur Informationsmaterial, sondern auch ein Quiz-Theater rund um das Thema Biodiversität sowie ein interaktives Spiel, bei dem Teilnehmer ein Insekt durch ein Gartenlabyrinth steuern müssen, ohne von den verschiedenen fleischfressenden Pflanzen verspeist zu werden. (www.ncparks.gov/Visit/parks/cabe/activities.php)