Fahrradurlaub in Taiwan

Fahrradurlaub in Taiwan

(rf) Die Portugiesen tauften Taiwan bereits vor Jahrhunderten «Ilha Formosa», die „schöne Insel”. Um die ganze Pracht der Insel zu erleben, sollte man diese per Fahrrad erkunden, dem traditionellen Fortbewegungsmittel der Einheimischen. 3.600 Kilometer Radwege durchziehen die Insel, und das Netz wird immer dichter. Zudem sind die Ausleih-Kosten in dem Land unvergleichlich günstig.

Selbst die verkehrsreiche Hauptstadt Taipeh lässt sich bequem und angenehm mit dem Zweirad erkunden. Gerade an den Ufern des Danshui und seiner zahlreichen Nebenflüsse entlang führen viele Radwege durch das Stadtgebiet, die vor einigen Jahren zu einem 150 Kilometer langen Netz verknüpft wurden. Ausgangspunkt gleich mehrerer Radwege ist der “Guandu Nature Park” am Zusammenfluss von Keelung und Danshui. Zur Orientierung sollte man sich die “Taipei City Riverside Cycling Path Map” besorgen, die man auch vor der Reise in zwei Teilen aus dem Internet herunterladen kann (www.taipeitravel.net). In der Stadt gehören viele Fahrradvermietungen entlang der markierten Radrouten Ketten an, so dass sogar Einwegmieten möglich sind. Die meisten Vermieter haben täglich zwischen 8:00 und 17:30 Uhr geöffnet, manche allerdings nur an Wochenenden. Auch in der Stadtbahn (MRT) dürfen Fahrräder – außerhalb der Hauptverkehrszeiten – mitgenommen werden. Die Stationen mit Fahrradein- und ausstieg sind auf den Streckenkarten gekennzeichnet. Noch preiswerter ist die Kombination von Bahn und “YouBike” (www.youbike.com.tw). Hier handelt es sich um Mieträder, die man an bestimmten Stationen – elf an der Zahl – einfach ausleiht, um zum endgültigen Ziel zu gelangen.

Auch außerhalb der Stadt gibt es wunderschöne Fahrradrouten. Erst in jüngster Zeit wurden fünf wichtige Radwege umfassend saniert, darunter in Taipeh, Yilan, Hualien und Taitung. Auf der Strecke zwischen Fulong und Taitung wurde ein Sonderprogramm aufgelegt, mit dem Urlauber Zug- und Radfahren problemlos kombinieren können. An den Fahrradmietstationen der Bahnhöfe finden Zweiradfreunde ein umfassendes Serviceangebot vor, zu dem auch Ruhe- und Duschgelegenheiten gehören (http://taiwanbike.tw). Generell gibt es keine Probleme, Fahrräder im Eisenbahnnetz mitzunehmen.

Apropos Eisenbahn: Auf Taiwan hat man die Trassen stillgelegter Bahnstrecken teilweise in Fahrradwege umgewandelt. Die Dongfong-Eisenbahn zwischen Fongyuan und Dongshih im Westen der Insel beförderte einst Holz und landwirtschaftliche Produkte, und nach der Einstellung des Bahnverkehrs entstand hier die “Dongfong Green Passage”. Sie beginnt am Rande der Stadt Fongyuan und folgt dem Fluss Dajia durch Shihgang und Dongshih. Der Radweg verläuft flach und lässt sich leicht bewältigen, doch sollte man sich ein wenig Zeit für Abstecher nehmen, zum Beispiel zur 40 Meter langen “Lover’s Bridge”, einer romantischen Holzbrücke, oder zum Shihgang-Staudamm.

Eine sehr populäre Radstrecke in der Mitte der Insel Taiwan führt rund um den Sonne-Mond-See (www.SunMoonLake.gov.tw), mit fast 12 km⊃2; Fläche das größte Binnengewässer des Landes. Der 760 m hoch gelegene Stausee ist ein beliebtes Ausflugsziel, das auf dem 33 Kilometer langen “Sun Moon Lake Biking Trail” mit dem Fahrrad in rund zwei Stunden umrundet werden kann.

Vom “De Yan Seaside Botanical Garden” an der Ostküste Taiwans kann man an der Küste entlang in Richtung Süden eine halbtägige Fahrradtour unternehmen, die zur Skulpturenausstellung des örtlichen Steinkunstmuseums führt, auf das Siba-Plateau mit seiner herrlichen Aussicht und dann hinunter zum Hafen von Hualien. Im Landkreis Hualien liegt auch die legendäre Marmorschlucht von Taroko, die man auf einem knapp 20 Kilometer langen Radweg in rund zwei Stunden sehr gut per Drahtesel erkunden kann.

Weiter südlich an der Ostküste kommt man nach Chihshang im Taitung County. Vom Dapo-Teich führt ein Fahrradausflug zum Lunchbox-Museum (die Lunchbox ist mit der deutschen Brotbüchse verwandt, wobei in Taiwan natürlich kein belegtes Brot in die Dose kommt, sondern lokale Spezialitäten). Dort erfährt man alles Wissenswerte über die Geschichte der berühmten “Chihshang Lunchbox”.

Im gleichen Landkreis liegt auch Guanshan mit einem Radweg, der rund um die Stadt führt und sich leicht in anderthalb Stunden bewältigen lässt. Der besondere Reiz der 12 Kilometer langen Strecke entlang der Flüsse Beinan und Hongshih ist die Kombination von Gebäuden auf der einen und Reis- oder Rapsfeldern auf der anderen Seite des Weges.

Auch die Südspitze Taiwans mit der Halbinsel Hengshun bietet ein landschaftlich reizvolles Umfeld für Freizeitradler. Am Rande der Dapeng-Bucht erlebt man die Austernzucht und kann diese Leckereien aus dem Meer auch gleich an Ort und Stelle verzehren.

An allen markierten Radwegen findet man Fahrradvermietungen. Auch viele Hotels vermitteln Fahrradmieten. Daneben gibt es Reiseveranstalter, die komplette Radreisen mit Übernachtungen anbieten. Wer das eigene Fahrrad von zu Hause mitbringen möchte, sollte die Beförderungsbedingungen (und kosten) mit der Fluggesellschaft seiner Wahl klären – am besten noch vor der Buchung.

Mountainbiker, die nicht auf ausgeschilderte Radwege angewiesen sind, finden im gebirgigen Gelände der Insel noch eine nahezu endlose Vielzahl weiterer Möglichkeiten, ihren Sport auszuüben.

Tipp:
Beim Taiwan Tourismusbüro in Frankfurt kann ein 175-seitiger Reiseführer „Cycling in Taiwan“ bestellt werden, der umfassend über die Radfahrmöglichkeiten informiert.

(Quelle: Taiwan Tourismusbüro)






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